Themen : Historischer WALDweg Saarwellingen
Auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit
Wegpunk 1: Benediktinerplatz
Am 09.01.1922 beschloss die Gemeindevertretung Saarwellingen, das Waldgelände rechts und links der Straße Saarwellingen-Nalbach als Baugelände zur Verfügung zu stellen. Ab 1924 wurde der linke Teil der Bahnhofstraße bis zum Ewigkeitsweg bebaut. Erst nach 1945 folgte die Bebauung rechts der Straße. Hier stand bis zum Krieg kein einziges Haus.
Durch die Besiedlung dieses Waldgebietes im „Hochgerichtswald“ war ein eigenständiger „Ortsteil Wald“ mit etwa 1.500 Einwohnern entstanden, der es den Bewohnern ermöglichte, alle Besorgungen zu erledigen, ohne den weiten Weg bis zur Saarwellinger Dorfmitte zurücklegen zu müssen.
Mit der Kirche St. Pius, der Ludwig-Geraldy-Schule, den Einkaufsmöglichkeiten, der Sparkassen-Filiale, dem Sportplatz, der Arzt-Praxis, etc. entstanden alle wichtigen Einrichtungen für ein autarkes Wohngebiet. Hier am Benediktinerplatz konzentrierten sich Einkaufsmöglichkeiten wie eine Bäckerei, später Drogerie, und ein A&O-Geschäft, ein Friseur-Salon, eine AOK-Filiale und das Gasthaus Waldesruh.
Große Verdienste erwarb sich dabei der damalige Bürgermeister Ludwig PUHL. Er wurde 1984 zum Ehrenbürger der Gemeinde Saarwellingen ernannt. Alle kleinen Lebensmittelgeschäfte, Metzgereien, Bäckereien etc. sind inzwischen verschwunden zugunsten der entstandenen Einkaufszentren. Von den ehemals fünf Gasthäusern ist lediglich das Restaurant am Neuen Kirchplatz übriggeblieben. Aber auch die Arztpraxis, die Geschäftsstellen von Sparkasse, Post und AOK sind verschwunden. Die Ludwig-Geraldy-Schule als Grundschule für die Wald’er Kinder ist längst Vergangenheit. Und am meisten hat – zumindest den älteren Bewohnern des Ortsteils - die Profanierung und der Abriss der Katholischen Kirche St. Pius samt Pfarrhaus im Jahr 2020 weh getan.

