Themen : Historischer WALDweg Saarwellingen
Auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit
Wegpunkt 3: Forsthaus
Auf dem Gelände des erst 1951 erbauten Forsthauses und drumherum entstand ab 12. März 1935, also gleich nach der
Rückgliederung des Saargebietes ins Deutsche Reich auf einer Fläche von ca. 200 x 300 m ein Lager des Reichsarbeitsdienstes.
Es trug die Nr. RAD-Abt. 3/277. Benannt wurde es nach dem preußischen "Admiral von Stosch".
Die Zufahrt zum Lager erfolgte über die Bahnhofstraße / Wied-Runkel-Straße. Das Lager betrat man durch ein großes Tor
mit einem zusätzlichen Nebeneingang. Neben diesem stand ein stets besetztes Schilderhaus und die Baracke für das Wachpersonal.
Der Torbereich wurde später verändert, die ehemaligen Mauern zur Torbefestigung sind heute noch am Weg hinunter zur Bahnhofstraße
zu sehen. Vom Eingang kommend nach rechts standen Baracken mit Schlaf- und Aufenthaltsräumen. Am linken Rand befand sich das
Casino und der Küchenbereich, hinten rechts gab es eine Werkstattbaracke mit Schneiderei und Schusterei. Die Mitte der Anlage
nahm ein großer Paradeplatz mit Fahnenmast ein. Vor dem Haupteingang hatte man einen 18 m hohen Aussichtsturm aus Holz errichtet.
Hinter dem Lager gab es eine Schießbahn. Hauptaufgabe des RAD-Lager Saarwellingen war die Regulierung der Prims.
Im März 1945 marschierten amerikanische Soldaten in Saarwellingen ein. Bei den Kämpfen am Westwall wurde das RAD-Lager
beschossen aber nicht zerstört. Die noch intakten Mannschaftsbaracken wurden 1951 von der Gemeinde erworben und dienten bis
1955 der Unterbringung von Familien u.a. in der Sonnenstraße.

