Digitalarchiv Saarwellingen

Themen : Historischer WALDweg Saarwellingen

Auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit

 




Wegpunkt 6: Dynamitfabrik

Die Dynamit-Actien-Gesellschaft, stellte am 20. März 1909 bei der Gemeinde den Antrag, Gemeindeland zur Anlage einer Sprengstofffabrik zu kaufen. Schon vor der Genehmigung wurden nahezu 170 große und kleine Gebäude – vom Pförtnerhaus über das Laboratorium bis zu den Sprengstoffmagazinen errichtet.

Am 26.04.1910 meldete die Firma den Start des Fabrikbetriebes. 1911 waren 135 Mitarbeiter in der Fabrik beschäftigt. Sie stellten für den Bergbau an der Saar und in Lothringen mit einer Jahresproduktion von 1815 Tonnen Sprengstoffe her.

Die Produktion wurde während des 1. WK 1914 – 1918 auf die Herstellung von Kriegsmaterial umgestellt. Die Belegschaft wuchs auf 800 Mitarbeiter an. Nach dem Krieg kehrte man wieder zur Dynamitherstellung für die Kohlegruben zurück. Das Saargebiet stand zu dieser Zeit unter der Verwaltung des Völkerbundes, abgetrennt von Deutschland. Das Werk konnte TNT-Sprengstoffe für den Bergbau herstellen, was in Deutschland durch den Versailler Vertrag verboten war.

Am 6. Dezember 1921 ereignete sich durch einen Brand ein schweres Explosionsunglück in der Fabrik. Das Unglück forderte 13 Todesopfer, 11 Schwer- sowie 27 Leichtverletzte. Weitere Explosionsunfälle ereigneten sich am 6. September 1948 und am 2. Februar 1966.

Das Pförtnerhäuschen am Eingang zur Dynamitfabrik

Die Zeit währen des 2. WK war geprägt von Produktionserhöhungen, Zwangsarbeit und Stilllegungen. Ab 1946 produzierte die Fabrik wieder Sprengstoffe für den Saarbergbau. Die Produktion wurde 1971 auf die Herstellung von Kunststoffprofilen umgestellt. Im Jahr 1982 endete die Geschichte der Dynamitfabrik durch Schließung des Werkes.

 
Sprengstoffbunker
Granatenfüllstation während des Ersten Weltkrieges